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SCHOTT

Ort: SCHOTT Villa , Otto-Schott-Straße 13

Die Welt des Mikrokosmos - Mikroskopieren für Kinder und Erwachsene

Die Welt des Mikrokosmos unter dem Mikroskop entdecken – das können alle Besucher der SCHOTT Villa zur Langen Nacht der Wissenschaft. Viel Wissenswertes gibt zu den Themen Glasrohstoffe und Einschlüsse in Gläsern zu erfahren und zu sehen.

Seit der Antike versuchte der Mensch, mit dem bloßen Auge nicht sichtbare Dinge sichtbar zu machen. Auch wenn man nicht sicher ist, wann das erste Mal eine Linse verwendet wurde, wird heute angenommen, dass der Einsatz von Linsen moderner ist, als man bisher dachte. Allerdings ist seit über 2000 Jahren bekannt, dass Glas Licht bricht. Im 2. Jahrhundert v. Chr. beschrieb Claudius Ptolemaeus einen Stab in einem Wasserbecken, der sich zu verbiegen schien, und zeichnete die Winkel bis zu einem halben Grad genau auf. Anschließend konnte er den Refraktionskoeffizienten von Wasser ziemlich genau berechnen.

Während des 1. Jahrhunderts n. Chr. (um 100) wurde das Glas erfunden und die Römer stellten die unterschiedlichsten Versuche damit an. Sie experimentierten mit verschiedenen Formen von Klarglas und eines ihrer Musterstücke war in der Mitte dick und an den Rändern dünner.Sie entdeckten, dass Objekte, wenn man eine dieser "Linsen" über sie hielt, größer erschienen. Diese frühen Linsen wurden Vergrößerungsgläser oder Brenngläser genannt. Das deutsche Wort Linse entstand übrigens aus dem lateinischen Begriff lentil, die Linsen wurden so genannt, weil ihre Form der Hülsenfrucht glich.

Das erste Mikroskop hatte im 17. Jahrhundert der Niederländer Antoni Leeuwenhoek gebaut. Es hatte eine Vergrößerung von x270. Van Leeuwenhoek machte bei der Verwendung seiner Mikroskope zahlreiche biologische Entdeckungen. Er war der Erste, der Bakterien, Hefepflanzen, das Leben in einem Wassertropfen und die Zirkulation von Blutkörperchen in den Kapillaren beobachtete und dokumentierte. Im Verlauf seines Lebens verwendete er seine Linsen, um in unglaublicher Pionierarbeit eine Vielzahl von lebenden und nichtlebenden Dingen zu dokumentieren.

Trotz weiterer Entwicklungen im Bereich der Mikroskopie veränderten sich die Mikroskope im Verlauf der nächsten 200 Jahre nicht wesentlich.

Eine neue Qualität bei der Entwicklung und Herstellung entstand durch die Zusammenarbeit von Carl Zeiss, Ernst Abbe und Otto Schott in Jena.

Der Optiker und Feinmechaniker Carl Zeiss gründete 1846 in Jena eine optische Werkstätte, von der bedeutende Impulse für die Optik und für die Zusammenarbeit von Wissenschaft und handwerklicher Technik ausgingen. Er stellte zunächst einfache und später zusammengesetzte Mikroskope her. In Ernst Abbe fand er 1866 einen idealen Partner, den er 1875 zum stillen Teilhaber seines Unternehmens machte. Nachdem Abbe die theoretischen Grundlagen der optischen Abbildung erforscht hatte, wurden alle Zeiss-Mikroskope nach wissenschaftlichen Berechnungen von Abbe hergestellt. Was noch fehlte, waren brauchbare optische Gläser.

Diese entwickelte der Glaswissenschaftler Otto Schott seit 1879 in systematischen Schmelzversuchen. Es entstanden neue Gläser mit völlig neuartigen optischen Eigenschaften. Die Dispersions- und Brechungswerte waren zum ersten Mal überhaupt mit genauen Kennzahlen versehen. Der optischen Industrie verschafften die neuen optischen Gläser einen sprunghaften Entwicklungsschub, weil man damit wesentlich leistungsfähigere optische Systeme für Mikroskope, Fernrohre und Fotoobjektive herstellen konnte.

Mit dem technologischen Fortschritt und der verbesserten Optik entstand schließlich das Mikroskop, wie wir es heute kennen. Die theoretische Mindestgröße, die man mit einem optischen Mikroskop sichtbar machen kann, liegt wie von Abbe definiert bei 200nm, da optische Mikroskope nur in der Lage sind, Objekte zu fokussieren, die mindestens in der Größenordnung einer Lichtwellenlänge rangieren. Ein Elektronenmikroskop kann hingegen Bilder vergrößern, die tausend Mal kleiner als eine Lichtwellenlänge sind.

SCHOTT AG, Unternehmenskommunikation Jena; SCHOTT Villa; Mikroskopieren mit Frau Judith Hanft

 
Bildnachweis (c) copyright: SCHOTT / Jürgen Scheere
Mikroskopieren in der SCHOTT Villa

Tickets gibt es in der Jena Tourist-Information und online unter www.jena.de/tickets.
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